Bundesliga-Ehrenmitglied Rudi Edlinger verstorben

21. August 2021 in ÖFBL

Der frühere Finanzminister und langjährige Fußballfunktionär Rudolf Edlinger ist am Samstagvormittag im 81. Lebensjahr verstorben. Rudolf "Rudi" Edlinger wurde am 20. Februar 1940 in Wien geboren. Neben seiner lebenslangen Leidenschaft für den Fußball sollte er zunächst in der breiten Öffentlichkeit vor allem als Politiker in Erscheinung treten. Edlinger prägte insbesondere die Wiener Sozialdemokratie über Jahrzehnte, zog 1969 in den Wiener Gemeinderat ein, wurde später Stadtrat, Abgeordneter zum Nationalrat und von 1997-2000 Finanzminister der Republik. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Nationalrat 2002 blieb er politisch aktiv, fungierte bis zuletzt als Präsident des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands und des Österreichischen Pensionistenverbandes. 

In den vergangenen 20 Jahren trat Edlinger aber vor allem als Fußballfunktionär in Erscheinung. Beim SK Rapid Wien, dessen Fan er sein Leben lang gewesen ist, war er bereits seit 1986 im Kuratorium, am 22. Oktober 2001 wurde er schließlich zum Präsidenten seines Herzensvereins gewählt und sollte es bis 18. November 2013 bleiben. Damit ist er der zweitlängsdienendste Präsident der Rapid-Geschichte. Mit den Hütteldorfern konnte er unter anderem die Meistertitel 2004/05 und 2007/08 feiern und zog einmal in die Champions League und viermal in die Europa League ein. Unter seiner Führung wurde die Infrastruktur des SK Rapid stetig weiterentwickelt und auch die Grundlagen für den späteren Stadionneubau vorbereitet. Im Februar 2014 wurde er zum Ehrenpräsidenten des SK Rapid gewählt. 

Am 05. Dezember 2002 wurde Edlinger bei der Hauptversammlung im Naturhistorischen Museum in Wien in den Aufsichtsrat der Bundesliga gewählt und blieb dessen Mitglied bis 01. März 2006. Am 06. Dezember 2013 wurde er aufgrund seiner Verdienste um den österreichischen Fußball zum Ehrenmitglied der Bundesliga ernannt, eine Auszeichnung, die in der Geschichte der Liga insgesamt nur neun Personen verliehen wurde.

Ruhe in Frieden, Rudi Edlinger!

Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer: "Mit Rudi Edlinger verliert der österreichische Fußball einen jahrzehntelangen Wegbegleiter und lebenslangen Fan. In seiner Zeit als Rapid-Präsident und Bundesliga-Aufsichtsrat hat er nicht zuletzt all seine politische Erfahrung und professionelle Diskussionskultur in die Gremien eingebracht und war auch abseits davon immer ein interessierter und sympathischer Gesprächspartner. Rudi Edlinger wird dem österreichischen Fußball sehr fehlen."

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